Wie ich mich durch Yoga selber wiederfand

Wie ich mich durch Yoga selber wiederfand…

 

Selbstliebe, was ist das eigentlich? Wenn Du es bei Google eingibst, tauchen Schlagwörter auf, wie:

Lieben, Lachen, Gedankenpower, Psychotipps, Therapie und vieles mehr…

Aber eines fehlt ganz klar: Yoga!

 

Denn durch Yoga lernst Du so einfach wie es eben geht, schätzen und lieben (wenn dies über die Jahre Deines Lebens verloren gegangen ist…)  Man kann auch sagen, Du lernst Dich selber wieder kennen. Nicht nur mir ist es so ergangen, auch bei vielen Teilnehmern beobachte und erfahre ich dieses Phänomen ganz ähnlich. Yoga hilft und das nicht nur körperlich auch der Geist und das Mentale ändern sich je mehr Du praktizierst und je mehr Du Dich mit Yoga auseinandersetzt. Ändern sich zu dem wer Du wirklich bist.

Ist das nicht wunderbar?

Über die Jahre hinweg erlebt man ja viel, die erste Liebe, die Versuche mit der Liebe die danach folgen. Einige Freundschaften, einige zerbrochene Freundschaften. Jobs und Chefs, Kollegen und Familie, vieles trägt dazu bei wer Du im Laufe Deines Lebens bist und wie Du bist.

Viele Menschen in unseren Leben beeinflussen uns über die Jahre hinweg. Natürlich wünscht Du Dir als Kind, als Jugendlicher eine heile Welt, doch schnell merkt jeder von uns, das sie nicht immer so heil ist wie es uns vielleicht in ganz jungen Jahren einmal vorkam. Auf der einen Seite versuchen wir, wir selbst zu sein und auf der anderen Seite versuchen uns unsere Gegenüber mitzuteilen, das wir uns verändern müssten um noch besser zu sein. Wir passen uns an oder “verstecken” einen Teil von uns, der eigentlich auch gern gesehen wollen würde. Bei der Arbeit musst Du funktionieren, in Freundschaften und innerhalb der Familie musst Du dich einfinden. Und selbst wenn Du das getan hast, so gibt es doch immer mal wieder Situationen oder Äusserungen, die Dich über Jahre hinweg prägen. Vielleicht erinnerst Du Dich gar nicht jede Sekunde Deines Lebens  daran, aber doch sind sie unterbewusst ein grosser Teil von Dir.

Ich glaube nicht, das sich FreundInnen darüber Gedanken machen, was das in einem auslöst wenn sie versuchen Dich zu ändern. Der Chef denkt schon mal gar nicht darüber nach, schliesslich bist Du “nur” ein Mitarbeiter. Mit der Familie ist es oft am intensivsten, lange Jahre zusammen, jeder mit seinen eigenen Gedanken und Meinungen, die gern kund getan werden. Gar nicht leicht, sich davon frei zu machen, jedes gesagte Wort persönlich zu nehmen. Jeder von uns hört über Jahre hinweg einige Dinge, die verletzen und das macht sich bemerkbar. Du baust Dir einen Schutzwall auf, stumpfst ein wenig ab. Fast so als würden diese reinen und ursprünglichen Emotionen zu denen Du als Kind in der Lage warst tief in Dir schlummern, sich nicht trauen an die Oberfläche zu kommen. Zu verletzbar wärest Du dann.

Du weisst zwar selber wer Du bist, zeigst es  vielleicht auch im ganz privatem Rahmen aber es anderen wirklich zu zeigen fällt Dir nicht immer leicht. Bei dem einen vielleicht Erlebtes in der Kindheit, bei dem anderen vielleicht Erlebtes im Erwachsenenalter; jeder von uns hat sein ganz eigenes, sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Was Dich bremsen kann oder was Dich daran hindert, Dich wirklich zu zeigen und zu öffnen.Und das finde ich muss doch eigentlich nicht sein.

 

Denn Yoga ( und natürlich auch andere Dinge ) kann Dir helfen, Dich zu zeigen, Dich neu kennenzulernen, Dich selber wieder zu lieben und zu Dich öffnen.

Nicht nur das praktizieren der Asanas, die körperliche Herausforderung, die uns stärkt, vielmehr die geistige Entwicklung hilft uns beim Loslassen, loslassen von Mauern, beim Öffnen für Neues und Positives.

Ich mochte nie wenn ich irgendwas zu hören bekam, wie ich angeblich  bin, wenn mir eine Freundin, ein Chef oder sonst wer mitteilt, ich müsse etwas verändern denn so wie ich bin sei es nicht richtig oder nicht gut. Schlimmer noch ein ganz fremder Mensch der versucht seine Ängste ab dir abzulassen, weil du einfach gerade im Weg stehst oder zur Verfügung stehst. Im Bus der Busfahrer, der seine schlechte Laune an Dir ablässt oder jemand auf der Straße, der Dich anmotzt einfach weil es gerade passt. Es gibt die irrwitzigsten Situationen beleidigt zu werden, obwohl Du Eigentor nichts dazu beigetragen hast.

Aber es gibt auch Situationen, in ie Du direkt involviert bist. Ich weiss noch, wie ich zum Beispiel gerne als Kind gesungen habe, ich hatte eine ziemliche Quitschstimme,  das ist zumindest das was mir Freude mitteilten, denn seine eigene Stimme hört man ja nicht so wie andere. Und so kam es, das ich eigentlich nie mitgesungen habe, auf Konzerten oder in der Disko (man glaubt es kaum, es gab tatsächlich eine Zeit, in der ich in die Disko ging) und das nur, weil ich nicht wollte das man mir wieder sagt, ich hätte keine schöne Stimme dafür. Eingeschränkt in einer Situation, die auf den ersten Blick natürlich nicht wichtig ist, aber dennoch über einen längeren Zeitpunkt  viel ausmachen kann. Als ich Purserette bei der Lufthansa musste ich dann das damals äusserst beliebte Videotraining absolvieren und hatte zu der Zeit keine Angst, mein Team nicht führen zu können, vielmehr hatte ich Sorge, das meine Ansagen sich schlimm anhören würden. Klar, mit der Quitschstimme. Ich fühlte mich entsprechend….

Im Nachhinein kann ich sagen, ich fühlte mich eingeschränkt. Ja, gut wenn die eigene Stimme jemand anderem nicht gefällt, dann ist das zwar doof. Aber eigentlich doch nicht mein Problem. Soll er doch weghören. Oder ich hätte singen können wann immer es mir passt, aber denjenigen der es nicht gern hörte einfach nicht ganz so oft treffen müssen….Nur wusste ich das damals nicht, erst durch Yoga habe ich gelernt, mich selber wieder so zu akzeptieren und mich zu lieben wie es sein sollte. Yoga hilft Dir Dich von anderen nicht mehr so beeinflussen zu lassen, sodass Du mit Dir glücklich leben kannst. Denn eigentlich ist es doch so, andere kennen Dich nie so gut wie Du Dich selber und das ist gut so. Und je besser Du Dich selber kennst, desto besser kannst Du Dich anderen zeigen und Dich abgrenzen  wenn es nötig ist.

Und durch all diese Situationen, die jeder von uns kennt, baut sich ganz zwangsläufig eine Mauer um uns herum auf. Bei dem einen ist sie niedriger, bei dem anderen höher. Aber Mauer ist Mauer und es ist doch einfach viel schöner ohne.

 

Yoga hilft Dir  dabei Dich selber zu erkennen und wieder zeigen zu können, Deine ganz persönlichen Mauern kleiner werden zu lassen. Wie funkti0nert es aber genau?

  • Du praktizierst Achtsamkeitstraining zu Beginn der Stunde und schulst so Dein Bewusstsein, für Dich, Deine Belange und die Deines Gegenübers
  • In den Asanas arbeitest Du an der Herzöffnung, nicht nur für Deine Mitlebenden, auch für Dich selber
  • Du arbeitest an Deiner Stabilität genauso wie an Deiner Flexibilität
  • in den Klassen üben wir Rückbeugen, super für Deine Herzöffnung
  • Vorbeugen für Geduld, damit Du dich selber nicht unter Druck setzt und lernst, das Du stetig wachsen kannst, ohne Dich dafür um 180 Grad zu wenden
  • die Rotationen lassen Dich spüren, das Du einerseits beweglich bleibst, Dein Körper und Dein Geist, auf der anderen Seite zeigen sie Dir auch die Grenzen, die Du dann liebevoll nach aussen trägst, du hörst Dir zwar an, was andere denken, aber Du kennst Dich am allerbesten selbst
  • das bewusste Atmen lässt Dich ganz bei Dir bleiben, Du übst und schulst Dich selber, andere nicht zu verurteilen und lässt es immer mehr auch bei anderen
  • insgesamt hältst Du Dich beweglich und flexibel aber auch kräftig und gestärkt um mit Deinem Leben zufrieden zu leben und auch schwierige Situationen viel leichter  in Angriff nehmen zu können
  • wenn Du dich intensiver, auch mit der Philosophie des Yoga beschäftigst, dann erkennst Du im besten Fall noch Dich so zu lieben wie es sich gut anfühlt und dieses auch ganz klar anderen zu erkennen zu geben

 

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Ich persönlich habe viele Dinge gehört und zu spüren bekommen im Laufe meines Lebens, die mich geprägt haben (nicht immer nur positive Dinge) immer wieder, ganz unterschiedliche Dinge, aber zusammengenommen viele. Manchmal Kleinigkeiten, manchmal hat es mich ganz schön aus der Bahn geworfen. Manchmal war es sehr persönlich, manchmal vielleicht einfach nur viel zu sensibel von mir aufgenommen. Aber ganz gleich, wie es war und was es war, es prägt einen Menschen einfach. Das was Du erlebst macht Dich aus. Das ist einerseits  ja auch sehr positiv, kann Dich aber auch extrem einschränken, wenn Du – so wie ich – beginnst eine Mauer um Dich herum aufzubauen. Und ich glaube, es schaffen die wenigsten, dieses nicht zu tun. Das Erlebte wird zu Dir, es bist Du. Innerlich bist Du Dir dessen bewusst, schaffst es nur mit entweder einer langjährigen Therapie oder mit ganz viel Abstand, Dich trotz allem so zu geben wie Du wirklich, tief im Inneren bist. Und das ist doch wirklich schade, Du willst doch gesehen werden, Dich zeigen wie grandios Du bist!

Und da genau setzt Yoga ein, ganz viel Yoga um genau zu sein. Je mehr Du praktizierst, meditierst, übst, umso mehr kann Deine langjährig aufgebaute Fassade bröckeln. Stück für Stück verschwindet sie, ganz einfach weil Du sie nicht mehr brauchst. Du kannst Dich öffnen, Neuem und Altem gegenüber, Die Verletzungen bröckeln und sind nicht mehr ganz so wichtig, wie sie es früher waren. Worte und Taten berühren Dich wie sie es als Kind getan haben, zugleich bist Du so gefestigt, das Negatives viel leichter an Dir vorbeiziehen kann.

Manchmal heisst das, das man sich von einigen Dingen lösen muss, es kann sein, das das was unter der Fassade zu Dir herangewachsen ist, ganz tief innen drin eigentlich gar nicht zu Dir passt. Manchmal heisst es aber auch nur, das sich Dinge ändern, damit sie zu Dir passen. Je nachdem wie hoch Deine Mauer war, je nachdem, was Du erlebt hast, kann es sein das sie relativ  schnell aufzulösen ist, oder das es ganz schön lange dauert. In jedem Fall lohnt es sich, sie aufzulösen.

 

Durch Yoga kannst Du immer mehr im Innen, als im Aussen ankommen.

Es kann sein, das Du viele Dinge, die Dich früher verletzten sich jetzt gar nicht mehr wie eine eben solche anfühlen. Dich einfach nicht in dem Maße negativ berühren. Interessanterweise, ist es vielmehr so das Deine Mauer um Dich herum aufgebröckelt ist und man meinen könnte, Du wärst viel anfälliger, da ja nichts als Schutz um Dich herum aufgebaut ist, es aber ganz und gar nicht bist. Denn durch Yoga bist Du flexibel und geschmeidig im Körper und gestärkt und offen für positives im Geiste. Du kannst lernen, Dich von Negativem abzugrenzen, es nicht zu dicht an Dich heranzulassen um so viel gelassener durch die Welt zu gehen. Du kannst lernen, vollkommen Du selbst zu sein, ohne Dich zu sehr  von anderen beeinflussen zu lassen. Nicht immer einfach, aber sehr lohnenswert.

 

Ich merke, das Dinge, Menschen  oder Situationen, die mich früher mit Äusserungen oder Taten verletzt hätten es heute einfach nicht mehr so leicht schaffen, mich aus der Bahn zu werfen. Wie ein Baum der tief verwurzelt ist, ganz für sich allein aber stabil und zufrieden.

Wie geht es Dir mit Deiner ganz persönlichen Schutzmauer? Brauchst Du sie noch oder kann sie auch langsam aufgelöst werden? Hast Du es schon mit Yoga probiert und hilft Dir diese sanfte Therapie oder was hilft Dir Dich nicht in alten Verletzungen zu wiegen?

Ich jedenfalls wünsche Dir das Du Deine Fassade nicht brauchst, das Du Dich zeigen kannst, wie Du bist. Ganz ursprünglich und mit Deinem Selbst so zufrieden bist, das Du andere genauso zufrieden betrachten kannst und eben NICHT  von Ihnen verändert werden musst oder das Gefühl hast, sie verändern zu wollen.

 

 

Deine Sunita

 

Yogareich, Dein Blog über Yoga, Gesundheit und alles was Dich bewegt…

 

4 Gedanken zu „Wie ich mich durch Yoga selber wiederfand

  1. Liebe Sunita,

    herzlichen Dank, dass Du Deine Geschichte hier so offen teilst.
    Ich habe vor der Geburt meiner ersten Tochter mit Yoga angefangen und komme gerade ganz beschwingt vom Yoga 😉

    Ich liebe Yoga und es gehört zu meinem Leben dazu. Seitdem ich es praktiziere ist mein Körper und mein Geist viel beweglicher geworden und mein Herz offener!

    Und ich stimme Dir absolut zu, ich bin durch Yoga immer mehr im Innen und im Außen angekommen.

    Herzliche Grüße
    Petra

  2. Liebe Sunita!
    Das ist ein wunderbarer und tiefgründiger Beitrag – der mich persönlich sehr anspricht. Ich bin Mentaltrainerin und vertrete daher die Richtigkeit sehr vieler Methoden, die bei der Selbstfindung und Entspannung hilfreich sind. Yoga wurde auch für mich im letzten Jahr ein Teilbereich meiner Entspannungsmethoden.
    Ich freue mich auf deinen Besuch auf meiner Seite: http://www.honigperlen.at – meine persönliche Geschichte findest du unter “Schmerz lass nach – mein Weg zurück ins Leben”
    ps.: Bin an einer Verlinkung sehr interessiert 🙂

    1. Liebe Melanie, ich freue mich sehr über dein Feedback und es ist so interessant, was es alles gibt! Ich schaue gleich gern einmal bei dir vorbei! Lieben Gruß Sunita

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