Über Yoga und die Sterblichkeit

Über Yoga und die Sterblichkeit

Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber auch wenn ich schon oft über dieses Thema nachgedacht habe, referiert und unterrichtet habe, so haut es mich dennoch völlig vom Hocker, wenn ich jemanden gehen lassen muss, egal wie alt, wie jung oder was auch immer für Emotionen  zwischen demjenigen und mir waren. Jemanden loszulassen ist noch viel schwerer als eine Sache loszulassen – ist ja auch klar. Hier hängen Gefühle, Emotionen, meist langjährige gemeinsame Erfahrungen  und Erlebnisse mit dran.

In meinen Yogaleherausbildungen (im Unit Yoga Eppendorf) geht es im Philosophie Wochenende darum, wie es ist mit dem Karma. Gutes Karma aufbauen um so endlich erlöst zu werden, nicht wiederkehren müssen in den Kreislauf der Wiedergeburt. Ich spreche dort mit den Ausbildungsteilnehmern immer gern über dieses Thema, denn es ist sehr persönlich und wie ich finde eine tolle Lehre um an sich selber im positivem Sinne zu arbeiten und sich einfach zu erweitern.

Im Hinduismus und auch im Budddhismus gibt es in der Lehre der Reinkarnation den Glauben an ein Leben – auch nach dem Tod hinaus.  Ein Kreislauf, der sich wiederholt, ein Auf und Ab, ein Sonnenaufgang und ein Sonnenuntergang, immer wieder. 

Das heisst, das mit dem Tod das Leben noch nicht zu Ende ist und das empfinde ich eigentlich immer als sehr beruhigend. Es passt zusammen, nimmt mir die Angst vor dem eigenen Tod, wenn ich weiss alles ist gut wie es ist und findet sich zu einem grossen ganzen wieder zusammen.

 

Aber wie ist es eigentlich wenn dann wirklich jemand von uns geht, den man lange kennt, wertschätzt, liebt?!

Meistens bereitet sich jemand auf das Sterben ja sogar vor, der Mensch spürt das es bald soweit sein wird und versucht seine Angelegenheiten noch zu regeln oder Abschied zu nehmen. Das heisst, oft hat man als Hinterbliebener sogar Zeit um sich auf den Gedanken vorzubereiten.

Alles gut und schön, in der Theorie, dennoch frage ich mich wieso es überhaupt sein muss?! Warum gibt es dieses Leid? Warum müssen Menschen oftmals viel zu früh von uns gehen? Was soll das überhaupt?!

Denn klar ist, auch wenn ich mich mit der ganzen Theorie auseinandergesetzt habe, auch wenn sie mir hilft den Tod und die Sterblichkeit mit ganz anderen Augen zu betrachten, als ich es ohne diese Theorie auf alle Fälle getan hätte, so haut es mich schlicht vom Hocker, reisst mich vollkommen aus der Bahn, macht mich unendlich traurig und schwer, wenn ein geliebter Mensch diese wunderschöne Welt verlassen muss!

 

Patanjali erklärt in den Yoga Sutras  (eine Gedankensammlung zum Yoga welches von einem indischen Gelehrten – Patanjali – vor einer Ewigkeit zusammengetragen wurde. Kurze Sätze, die sich unglaublicherweise immer noch ganz einfach auf das heutige Leben anwenden lassen und wunderbar immer wieder zu Rate gezogen werden können, immer wieder )

Die Sutren befassen sich mit der Psyche,  dem Verstand, dem Bewusstsein des Menschen und sie zeigen einen Weg auf, wie man das Leben leben kann:

Der 8 gliedrige Pfad wird beschrieben:

  • Yama, einem liebevollem Umgang mit der Umwelt.
  • Niyama, einem liebevollem Umgang mit sich selber
  • Asana: die körperlichen Asanas im Yoga
  • Pranayama: Atemübungen
  • Pratyahara: Rückzug der Sinne
  • Dharana: Konzentration und Fokussierung
  • Dhyana: Zustand der Meditation, frei von jeglicher Ablenkung
  • Samadhi: Erlösung

Dieses, so finde ich, ist ein toller Leitpfaden um sich einmal mit sich selber und seinem Leben auseinanderzusetzen, sich zu hinterfragen und eventuell ein noch viel besserer Mensch zu werden, um dann am Ende vollkommen erlöst zu sein.

Dennoch, wie oben schon gesagt, haut es einen vollkommen aus der Bahn wenn einer stirbt der Dir nahe stand, es lässt mich hinterfragen ob es denn wirklich alles so ist, wie ich es die letzen Jahre so glaubte, denn wenn es so ist, warum gehen denn manche Menschen viel zu früh, hinterlassen Kinder, die auf eine einfach nur üble Weise viel zu schnell erwachsen werden müssen? Ich will nicht sagen, das mich das Gelehrte nicht auch ein wenig beruhigt und nach vorne blicken lässt, so ist es nicht. Aber trotzdem: manchmal ist das Schicksal einfach nur unfair und gemein. Mir fehlen die Worte für diese Situation…. und ich hoffe, das ich in ein paar Tagen oder Wochen diese Gewissheit wieder erlange, die mir deutlich sagt, es ist ok wie es ist, aber bis dahin braucht es wohl noch eine Weile…

Ihr Lieben, wie immer sagt mir gerne wie ihr mit dem Tod, dem Wissen und die Sterblichkeit umgeht. Hilft Euch Yoga, schreckt es Euch vielleicht für eine kurze Zeit sogar ab? Hinterlasst einen Kommentar oder schreibt eine PN.

Namastè Deine Sunita

 

P.S. :Dieser Artikel ist verfasst in Gedenken an einen alten Freund, einen Familienvater, Ehemann und einen wunderbarem Menschen, der für immer in all unseren Herzen sein wird.

Sunita Ehlers

Auf dem Yoga – reich Blog schreibe ich, Sunita, über Themen rund um einen gesunden Lifestyle. Ich bin ausgebildete Yogalehrerin (AYA), aktive Referentin der Yogalehrerausbildung, Yoga & Lifestyle Bloggerin und Podcasterin (Living a good – healthy – Life)

Zu meinen Themen & Kursgebieten gehören Hormonyoga/Personal Training/ Vinyasa Yoga/Hatha Yoga/Yin Yoga/ Ayurveda Yoga / Meditation und alles was zu einem achtsamen Leben dazugehört.

Ausbildung:

Studium der Personal-und Organisationsentwicklung

Ausbildung zur Kauffrau im Luftverkehr

Heilerzieherin

Mir ist wichtig, das es nicht nur um das Geld verdienen geht, der Spass an der Sache und auch die soziale Mit-Verantwortung liegen mir sehr am Herzen. Aus diesem Grund engagiere ich mich ehrenamtlich bei Lokstedt in Motion, ein Projekt zur Integration geflüchteter Kinder durch Yoga(Organisation & Yogakurse) und EBY Eat_Breathe_Yoga Yoga bei Essstörungen (Projektleitung, eine Initiative von Yoga für alle e.V.)



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