Lifestyle// Nachhaltigkeit im Alltag einer Familie

Ich war auf einer tollen Konferenz, von Otto. Otto Versand, Sitz in Hamburg, ein großer Konzern der sich mit ganz viel Elan dem  Thema Nachhaltigkeit widmet. Es waren irre viele Blogger da und die Teams von Ottos Re:Blog; der Marketingabteilung, dem Team das sich um den Umweltschutz und dem Thema Nachhaltigkeit widmet haben gemeinsam mit vielen inspirierenden Speakern einen spannenden Nachmittag für uns Blogger zusammengestellt. Mein persönliches Highlight war als ich erkannte, das die Wunschträume meiner Tochter Freida (sprich Frieda, 5) in Erfüllung gehen können. Seit einigen Monaten spricht sie ununterbrochen darüber, das sie die Welt erkundschaften will und zwar zu Fuss! Ja, genau, sie will zu Fuss einmal um die ganze Welt laufen und das nicht etwa, weil sie die Länder so interessant findet; nein, ihr geht es darum, berühmt zu werden. Geld verdienen will sie damit auch noch und zwar viel! Ich nehme ihr diese Träume nicht. Als Yogalehrerin weiss ich, wie wichtig es ist, an seine Träume zu glauben, es gibt viel zu viele Menschen , die das nicht getan haben und ich sage Euch, das rächt sich im laufe des Lebens. Also stimme ich ihr immer zu wenn sie sagt, sie will das eines Tages machen. Warum auch nicht. Aber insgeheim dachte ich natürlich das es kein so guter Berufswunsch ist, berühmt werden gut und schön, um die Welt laufen, zu Fuss?!  Warum denn das?!

 

Alastair Humphreys

 

Aber siehe da, auf der Konferenz bei Otto –  Re:Blog –  da war einer der Speaker  Alastair Humphreys und er macht genau das. Er erkundet die Welt und stellt sich Abenteuern, im Kleinen wie im Großen. Er hat die Welt umfahren, mit dem Rad und hat festgestellt das das ein riesen Abenteuer ist. Ihm ist aber auch klar geworden, das Abenteuer nicht nur in der Ferne in Extremsituationen zu finden sind. Sie gibt es auch vor der Tür. So springt er auch gern mal bei Kälte in den Main oder läuft zu Fuss an der Autobahn entlang um zu erkennen das es auch dort spannende Dinge zu erkundschaften gibt. Ihm geht es also (das hoffe ich zumindest ) nicht nur um das berühmt werden. Ihm geht es auch darum zu zeigen, was die Welt zu bieten hat. Und Geld verdient er auch damit. Zufrieden scheint er obendrein. Also warum dann nicht auch meine kleine Freida?!

Wenn es das ist, was sie will…. Dann steh ich ihr nicht im Weg. 

Aber zurück zum Thema. Re:Mind das Motto der Konferenz,  Nachhaltigkeit. Wie wichtig ist das denn bitte?! Ich finde es aus persönlichen Gründen wichtig. Früher Stewardess, heute ein achtsamerer Umgang mit allem um mich herum als damals. Erstaunlicherweise fliege ich nicht mehr gern, auch wenn ich es früher geliebt habe. Die Schadstoffe der Treibgase kann ich noch heute förmlich riechen….

Es ist wichtig, nichts zu verschwenden, auch aus yogischer Sicht.

Es ist wichtig,sich darüber im klaren zu sein, was für Materialien wir nutzen im täglichen Leben.

Es ist wichtig darauf zu achten, das auch unsere Kleinsten mitbekommen das nicht alles einfach so auf der Strasse abgelegt werden darf, das es ein Recycling system gibt, welches Sinn macht und wichtig ist.

Es ist wichtig zu erkennen, das man mit Nachhaltigkeit nicht nur sich selbst etwas Gutes tut, sondern auch an die Zukunft denkt.

Wir alle sollten jeden Tag auf s Neue daran mitwirken, gut zu unserer Umwelt zu sein.

Und trotzdem. Oder genau deshalb habe ich mich nach der Bloggerkonferenz noch einmal hinterfragt. Genau erforscht, wie ich persönlich zu dem Thema Nachhaltigkeit stehe.

 

Wikipedia sagt zu dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgendes:

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.
Otto Re:Blog Yogareich
Der Deutsche Bundestag sagt über Nachhaltigkeit:

Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: Wer nur so viele Bäume fällt, wie nachwachsen können, sorgt dafür, dass der Wald für die künftige Nutzung zur Verfügung steht und auf Dauer seinen Wert behält. Man kann auch sagen: Es ist nachhaltig, von den Zinsen zu leben, statt vom Kapital. Es ist nachhaltig, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, die Wirtschaft durch mehr Umweltschutz und innovative Technologien voranzubringen und dabei gleichzeitig Wohlstand und sozialen Fortschritt zu sichern.

Nur wenn jeder Einzelne aktiv wird, kann dieses Ziel erreicht werden.

Also kann man eigentlich sagen, was man will. Nachhaltigkeit ist wichtig und zwar ohne wenn und aber.

 

Dennoch! Dennoch sehe ich es auch von Seiten der Mütter, der arbeitenden Mütter, der Mütter die auf dem Lande wohnen, der Familien die nicht so viel Geld haben, der Familien die nicht so viel Zeit haben.

Ich habe mich gefragt, warum fängt Nachhaltigkeit nicht bei den eigenen Ressourcen an? Warum ist Nachhaltigkeit der Umwelt zuliebe wichtig und richtig, aber wir schaffen es kaum sie zu gewährleisten weil wir A) kaum geld haben um sie umzusezten oder B) kaum zeit haben um nachhaltige Produkte zu erwerben. Ganz zu schweigen davon, das die meisten von uns mit ihren eigenen Ressourcen so umgehen als gäbe es kein morgen mehr. Wir verausgaben uns, sind gestresst und haben NIE Zeit. Nie Zeit für uns, um uns zu erholen, um uns den Dingen im Leben zu widmen die wirklich wichtig sind. Da fängt es doch schon einmal an. Wie kann ich mithelfen, die Umwelt gut zu behandeln, wenn ich es kaum schaffe mich gesund zu ernähren weil ich NIE Zeit habe oder KAUM Geld habe, um gesunde Lebensmittel zu kaufen. Ich kenne  so viele Familien, gerade in den Grossstädten, die so viel ackern, die so viel arbeiten und trotzdem kaum genug Geld haben um beim Aldi einzukaufen. Wie sollen sie da auf den Markt gehen und sich leckere, frische, regionale Lebensmittel ohne Plastikverpackung kaufen?!

Otto zum Beispiel hat seit einigen Jahren ein Team das sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Super, liebes Otto Team. Das finde ich grossartig und gut. Auch gibt es im Shop Produkte zu kaufen, die nachhaltig produziert sind. Perfekt. Der Betrieb stellt Drucker, Arbeitsplätze, Kantine und vieles mehr um, um nachhaltiges Leben bei der Arbeit, in der Firma  zu verwirklichen.Besser geht es kaum. So sollten des viel mehr Arbeitgeber betrachen und umsetzten.

Und trotzdem!

Ich finde es nicht einfach, IMMER das richtige zu tun, IMMER das richigte zu kaufen, immer das richtige zu nutzen. Denn manchmal geht es eben eifach nicht.

Hier kommen ein paar Beispiele aus dem Leben einer Mutter.

  • Die Kinder bekommen Glasflaschen. Ich suche sie aus, extra weil sie KEIN Kunststoff haben. Super denke ich. Die Kinder aber finden die Trinköffnung zu gross. Tja, ist eben so. Ich erkläre ihnen warum sie nun genau diese Flasche nehmen sollen, da aus Gründen der Nachhaltigkeit, der Schadstoffe, des Umweltschutzes Plastiktrinkflaschen nicht mehr ins Haus kommen. Gut, sie akzeptieren und ziehen den ersten Tag zur Schule mit ihren neuen Falschen los. Super denke ich. Pustekuchen denken sie. So geht es einige Zeit gut, aber dann kommen sie an einem Nachmittag heim mit kaputten Flaschen. Sie sind runter gefallen, im Ranzen ausgelaufen und alles ist nass. Gut das Wasser drin war und kein Saft. Denke ich. Also ist umdenken angesagt… Einfacher wäre es, einfach diese ganz stinknormalen Kunststoffflaschen zu kaufen, die weder gut für die Gesundheit noch gut für die Umwelt sind… aber einfacher wäre es. Und günstiger!

Auch so eine Sache. Eine meiner Blogger Kolleginnen fragt an dem Kongress die Mitarbeiter von Otto: Wenn angeblich so nachhaltig, warum dann in Plastik verpackt versenden. Ich kann euch sagen, ich verstehe diese Frage absolut. Denn in meiner Zeit im Einkauf als wir für grosse deutsche Unternehmen in Asien produziert haben kamen viele dieser Plastiktüten mit `Samples` bei uns an und so wie die stanken war das nicht gesund. Aber trotzdem geht es wohl bei Otto Versand nicht anders (zur zeit jedenfalls nicht) und daraufhin sagt sie, solange das so ist, kann sie nichs von dort bestellen. Ich denke. super, finde ich stimmig, sie setzt das um, wofür sie steht. Ihre Grundsätze sagen, bestelle nichts was nicht nachhaltig ist und das macht sie dann auch nicht. Klasse!!! ABER mal ehrlich. Wie soll das funktionieren?

  • ich arbeite, mein Mann auch, die Kinder sind ich der Schule, wir brauchen Lebensmittel, wir müssen den Haushalt führen, wir haben Zeit, mehr als andere, aber eben auch nicht genug. Denn wenn ich nie etwas bestellen könnte, wenn ich nie etwas einkaufen könnte was mit einem Material  verpackt ist was nicht der Umwelt dient, ich kann euch sagen, dann käme ich nicht zurcht. Ja, ich achte darauf was ich kaufe, ich achte darauf wie es verpack ist, ich achte darauf der Gesundheit und der Umwelt zuliebe. Aber manchmal geht es eben einfach nicht anders. Manchmal muss ich eine Wasserflache aus Kunststoff kaufen, manchmal muss ich etwas bestellen was mit Kunststoffverpackung geliefert wird.  Denn andernfalls gäbe es manchmal einfach keine Geburtstagsgeschenke, keine Hefte zur Schule die rechtzeitig da sind, keine Lebensmittel die zuhause lecker verarbeitet werden können, keine neuen Anziehsachen, die die Mädchen dringen brauchen, denn mir fehlt einfach die Zeit und manchmal auch das Geld!  Denn wenn keine eingekauft werden können, weil ich keine Zeit habe um mit dem Rad zu fahren und das Auto nicht nehmen kann wegen der Umwelt dann bleibt der Kühlschrank leer. So ist es zu findest bei uns. Manchmal muss ich einfach auf Dinge zurückgreifen, die nicht 100% konform sind mit meinen Ansprüchen.
  • Auch finde ich zum Teil die Lebensmittel vom Markt viel zu teuer. Ja, ich weiss es gibt Menschen die finden auf dem Markt auch günstige Lebensmittel und die gibt es das ja auch. Auch ich gehe lieber auf dem Markt als im Aldi einkaufen, aber nicht immer ist es zeitlich und finanziell möglich. So ist es hier nun einmal  und ich weiss das es – gerade hier in Hamburg – vielen Familien so geht. Die Mädchen wachsen und wenn ich dringend Strumpfhosen brauche aber viel Arbeit habe  das Geld brauche um zu leben, dann muss ich mir zweimal überlegen, ob sie frieren sollen weil alle Strumpfhosen die wir haben zu klein sind oder ob ich neue bestelle die dann in einer Plastiktüte geliefert werden . Wenn ich es aussuchen könnte, würde ich es anders machen aber manchmal geht es einfach nicht.

Und genau deshalb finde ich es gut und toll das es Menschen gibt die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Auch ich tue es. Aber ich kann nicht immer 100% gewärhleisten das ich es einhalte und das will ich auch gar nicht. Denn dann käme ich aus dem Hamsterrad Stress gar nicht mehr raus. Ich versuche mein bestes aber Ausnahmen bestätigen die Regel. 

Wie siehst Du das Ganze? Ist es bei Dir ähnlich? Ich freue mich über Deine Ideen zu einem noch nachhaltigerem Leben.

Namastè Deine

 

Sunita Yoga Bloggerin

Dein Blog über Yoga, Gesundheit und alles was Dich bewegt..

Sunita Ehlers

Auf dem Yoga – reich Blog schreibe ich, Sunita, über Themen rund um einen gesunden Lifestyle. Ich bin ausgebildete Yogalehrerin (AYA), aktive Referentin der Yogalehrerausbildung, Yoga & Lifestyle Bloggerin und Podcasterin (Living a good – healthy – Life)

Zu meinen Themen & Kursgebieten gehören Hormonyoga/Personal Training/ Vinyasa Yoga/Hatha Yoga/Yin Yoga/ Ayurveda Yoga / Meditation und alles was zu einem achtsamen Leben dazugehört.

Ausbildung:

Studium der Personal-und Organisationsentwicklung

Ausbildung zur Kauffrau im Luftverkehr

Heilerzieherin

Mir ist wichtig, das es nicht nur um das Geld verdienen geht, der Spass an der Sache und auch die soziale Mit-Verantwortung liegen mir sehr am Herzen. Aus diesem Grund engagiere ich mich ehrenamtlich bei Lokstedt in Motion, ein Projekt zur Integration geflüchteter Kinder durch Yoga(Organisation & Yogakurse) und EBY Eat_Breathe_Yoga Yoga bei Essstörungen (Projektleitung, eine Initiative von Yoga für alle e.V.)



2 thoughts on “Lifestyle// Nachhaltigkeit im Alltag einer Familie

  1. Izabella Antworten

    Liebe Sunita,
    bin ich froh, dass ich letzte Woche auf deinen Blog gestolpert bin! Ich finde deinen Artikel sehr lesenswert und stimme dir in allen Bereichen zu!
    Bei deinem Punkt zum Thema Glasflaschen habe ich nur auf eines gewartet: Ein Zettel von Lehrern/Erziehern, dass du deinen Töchtern bitte KEINE Glasflaschen mitbringen sollst…
    Das ist des Öfteren mein Problem: Ich werde belächelt und hinter meinem Rücken ausgelacht, wenn ich z.B. waschbare Stilleinlagen aus Wolle kaufen möchte; die Kassiererin im Supermarkt fordert mich auf, schneller einzupacken, wenn sie sieht, dass ich mein Obst und Gemüse nicht in kleine Plastiktüten gepackt habe.
    Wie du schreibst: Für Nachhaltigkeit fehlt oft die Zeit und auch das Geld. Bestimmte Produkte finde ich hier auf dem Land nicht oder müsste erst einmal verschiedene Geschäfte und Orte besuchen, um mir ein Bild davon zu machen. Was macht mehr Sinn – fahre ich 50+ km umsonst durch die Gegend oder bestelle ich gleich bei einem online-Händler, bei dem ich das Produkt innerhalb von 2 Minuten finde und das auch noch 30% günstiger?
    Ich glaube wir alle können bestimmte Dinge beachten, jeder hat seinen eigenen Fokus. Und das sollte ein guter Anfang sein. Mit der Zeit findet man neue Wege, nur auf einmal geht es nicht.

    Ich hoffe meine Gedanken waren jetzt nicht zu konfus!
    Viele liebe Grüße,
    Izabella

    1. Sunita Ehlers Antworten

      Liebe Izabella, danke! Danke für Dein Feedback und Deine Worte. Ich verstehe gut, was Du meinst! Und genauso sehe ich es auch. Lieben Gruss. Sunita

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.