Lifestyle// Dein ayurvedischer Ernährungsplan

In letzter Zeit merke ich immer wieder, das es viele Menschen gibt, die sich noch gar nicht mit dem Thema Ayurveda beschäftigt haben. Sie denken, es ist eine Ernährungsform aus Indien mit viel Curry und Dhal. Ayurveda ist aber viel mehr als das.

Nicht nur in der Nahrungsmittelauswahl, auch im Lifestyle bietet Ayurveda viel mehr als nur alles mit dem gelben Gewürz zu verfeinern. Heute erfährst Du im Blog alles über die unterschiedlichen Geschmäcker der indischen Lebensphilosophie. Die ayurvedische Ernährungsform unterscheidet in 6 unterschiedliche Geschmäcker.

süß

salzig

sauer

scharf

bitter

astringend (astringend)

Grundsätzlich sollten alle der 6 Geschmäcker in einer Mahlzeit enthalten sein. So ist die Mahlzeit ausgeglichen und wirkt harmonisch auf Dein inneres System, wie die Organe, die Verdauung, Stoffwechsel und auch auf die Emotionen. Die Doshas können so ausgeglichen miteinander harmonisieren. Wir alle sind einzigartig, reagieren ganz individuell auf unterschiedliche Nahrungsmittel und Geschmäcker. Die individuell optimale Ernährung ist im Ayurveda daher Dosha-bezogen und vom jeweiligen Konstitutionstyp abhängig.

Laut dem Ayurveda haben die Geschmäcker unmittelbare Auswirkungen auf unsere Emotionen und unser Befinden. Auch die Elemente, die im Ayurveda eine übergeordnete Rolle spielen werden durch die unterschiedlichen Geschmäcker beeinflusst.

Der süße Geschmack besteht hauptsächlich aus den Elementen Wasser und Erde. Der Konstitutionstyp Kapha wird durch den süßen Geschmack hauptsächlich aufgebaut. Süße Nahrungsmittel können im Übermaß zu Übergewicht führen, zu Trägheit und Schwere. Werden sie aber in Maßen konsumiert und passen aktuell zu Deinem Konstitutionstyp, dann können sie Dich von innen nähren und Dein Körpergewebe aufbauen. Zu den süß schmeckenden Lebensmitteln gehören nicht ausschliesslich Süßungsmitteln wie Zucker, auch Reis, Datteln oder helle Getreide gehören dazu.

 

Der saure Geschmack besteht hauptsächlich aus den Elementen Feuer und Erde. Er erhöht Pitta und Kapha. Saure Nahrungsmittel können sein, Zitrusfrüchte oder auch Sauerkraut, saures Obst oder Joghurt und Käse. Der saure Geschmack gleicht Vata aus und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf System aus, kann eine anregende Wirkung auf das Verdauungssystem haben. Kann sich im Übermaß aber auch zu Ungeduld und Neid führen.

Der salzige Geschmack besteht vor allem aus Feuer und Wasser. (Pitta) Hierzu zählen alle salzigen Lebensmittel, Sojasauce und Algen. Salzig wirkt stimulierend auf  Pitta, unterstützt den Appetit und wirkt entgiftend. Laut Ayurveda sollten wir wenn salzig, dann Steinsalz wählen. Salzige Lebensmittel im Übermaß kann zu Wasser im Gewebe führen.

Der scharfe Geschmack besteht vor allem aus Feuer und Luft, er ist gut für Kapha Typen. Scharf kann im Übermaß Pitta erhöhen, senkt in Maßen verzehrt wiederum Kapha und Vata. Scharf im Geschmack erhöht das Feuer in unserem System. Die Verdauung und der Stoffwechsel werden angekurbelt. Hitze entsteht. Scharf sind zum Beispiel Chilli, Pfeffer, scharfe Peperoni oder auch Radieschen.

Der bittere Geschmack besteht hauptsächlich aus Luft und Äther (Vata). Bittere Lebensmittel sind zum Beispiel Löwenzahn oder Chicorée. Aber auch Kaffe und Kurkuma. Bitter unterstützt den Fettabbau und wirkt sich gut auf Vata aus, im Übermaß aber kann er auch zu Gewebeabbau und Trockenheit führen.

Der zusammenziehende und astringente Geschmack, bestehend aus den Elementen Erde und Luft erhöht das Vata Dosha. Kapha und Pitta können reduziert werden. Bitter tut gut bei Verschleimungen und Entgiftung, im Übermaß aber kann das Vata Dosha aus der Balance geraten. Trockenheit und die Erhöhung des Elements Luft sind die Folge. Astringente Lebensmittel sind unter anderem unreife Bananen, Brennnessel oder Rhabarber.

Im Idealfall versuchst Du, alle 6 Geschmäcker in den Mahlzeiten zu integrieren. Im Ayurveda gilt: Gleiches verstärkt Gleiches. Wenn Du also zuviel Luft in Deinem System hast, dann nimm nicht zuviele luftige Lebensmittel zu Dir, wenn Du Dich schwer fühlst, dann ernähre Dich nicht zu süß, das erhöht die Schwere nur….

Hier erhältst Du einen Beispielhaften Tages-Ernährungsplan für den Sommer. Solltest Du zwischendurch Hunger verspüren, kannst Du Dir eine handvoll Mandeln gönnen oder am Vormittag etwas regionales Obst.  Auch an heißen und warmen Tagen mag der Ayurveda warme Speisen. Getränke sollten nicht zu kalt getrunken werden. Getränke in Zimmertemperatur sind für den Körper viel angenehmer zu verarbeiten. 

Frühstück Hirsebrei mit Bananen

Zutaten:

1 Banane (zusammenziehend)

1 EL Ghee

1 Handvoll Kokosflocken (kühlend)

100 g Hirse (gut für Kapha Typen)

150 ml Hafermilch (gut für Pitta Typen)

So funktioniert das Ganze:

Koche die Hirse laut Packungsanleitung in der Hafermilch und etwas Wasser auf. Lasse sie dann bei kleiner Flamme ca. 15 Minuten köcheln. In der Zwischenzeit schäle und zerkleinere die Bananen und erhitze in einer Pfanne einen EL Ghee (oder anderes Öl). Gib etwas Zimt in das erwärmte Ghee und brate dann die Bananenscheiben darin kurz an. Füge dann die Bananen über den fertigen Hirsebrei und bestreue das Ganze mit den Kokosflocken. Bei Bedarf gib ein wenig Honig über den Brei, kurz vor dem verzehren.

 

Mittags wird im Ayurveda normalerweise die Hauptmahlzeit verspeist. Im Sommer aber wenn es heiss ist kann diese ein wenig kleiner ausfallen und eher am frühen Abend gegessen werden. In jedem Fall sollte die Mahlzeit in der Mittagshitze eher kühlend sein. Chicorée oder Radicio sind super in der heissen Jahreszeit. Oder auch ein Salat mit Gurke oder Blattsalaten, CousCous mit Gemüse oder ein wenig Rohkost.

Am Abend  kannst Du dann wieder eine warme Speise zu Dir nehmen. Eine Suppe empfiehlt sich auch in der warmen Jahreszeit.

Abendessen Zuchinisuppe mit Kokosmilch

Zutaten:

1 Zucchini
1 Knoblauchzehe
1 EL Ghee
1 Handvoll Cashewkerne
Gemüsebrühe (nach Bedarf)
200 ml Kokosmilch
Meersalz, Pfeffer

Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma

Und so funktioniert das Ganze:

Zucchini und Knoblauch putzen, waschen, schneiden. In einem Topf Ghee erhitzen und Gewürze mit anrösten. Zwiebeln hinzugeben, das Gemüse und ein paar gemahlene Cashewkerne mit anbraten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen. Suppe ca 10 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen und zum Schluss Kokosmilch hinzugeben. Mit einem Pürierstab zu einer cremigen Suppe pürieren. Mit den restlichen Cashewkernen garnieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm verspeisen.

Denk immer dran, im Sommer ist Dein Agni (Verdauungsfeuer) nicht ganz so hoch wie zu anderen Jahreszeiten, daher iß eher weniger und trinke Deine Getränke nicht zu kalt. Das löscht das Verdauungsfeuer sonst zusätzlich.

 

Kurz vor dem Schlafengehen, öle Deinen Körper mit etwas Kokosöl ein, das wirkt kühlend und Du kannst auch in der Wärme gut schlafen.

Namastè Deine

 

Yogalehrerin-aus-hamburg-Bloggerin

 

Yogareich, Dein persönlicher Blog über Yoga, Ayurveda und alles was Dich bewegt…

Sunita Ehlers
Ich bin ausgebildete Yogalehrerin (AYA), aktive Referentin der Yogalehrerausbildung, Yoga & Lifestyle Bloggerin und Podcasterin (Living a good - healthy - Life) und Yoga & Ayurveda Lifestyle Coach
Zu meinen Themen & Kursgebieten gehören Hormonyoga/Personal Training/ Vinyasa Yoga/Hatha Yoga/Yin Yoga/ Ayurveda Yoga / Meditation und vor allem ein ganzheitliches Yoga & Ayurveda Lifestyle Coaching.
Ich liebe das Schreiben und sehe es als Ausdruck dessen, was mir am Herzen liegt.Wenn Business Spaß macht ist es ein unglaubliches Gefühl. Authentizität und liebevoller Umgang sind mir genauso wichtig, wie soziale Verantwortung.

4 thoughts on “Lifestyle// Dein ayurvedischer Ernährungsplan

  1. Tanja L. Antworten

    Ich habe mich noch nie mit ayurvedischer Ernährung beschäftigt. Deshalb finde ich deine Zusammenfassung sehr gut. Am besten ist aber das Rezept für die Suppe, das muss ich mir merken.

    1. Sunita Ehlers Antworten

      Danke, liebe Tanja für das Feedback. Lieben Gruss. Sunita

  2. Sarah Antworten

    Danke für deinen informativen Beitrag. Mit diesem Thema habe ich mich noch so gar nicht beschäftigt. Jetzt hab ich auf jeden Fall dazu gelernt… der Begriff war mir aber bekannt 🙂

    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.vintage-diary.com

    1. Sunita Ehlers Antworten

      Liebe Sarah, danke für Dein Feedback.Ganz herzlichen Gruss. Sunita

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