Yoga & Lifestyle // Körperwahrnehmungen und andere Katastrophen

Vielleicht kennst Du das, der eigene Körper wird immer extremst kritisch unter die Lupe genommen, während andere immer viel besser dargestellt werden. Ist das angeboren oder warum machen wir das alle so? Ich bin viel zu dick, bei mir schwabbelt alles, mein Bauch ist viel zu fett. Wir finden immer etwas zu meckern. Aber nur an uns selber! An anderen üben wir uns in Wohlwollen, wir sehen die anderen mit anderen Augen als uns selbst.

Das MÜSSEN wir ändern!

Seitdem ich mit Yoga begonnen habe, beschäftige ich mich immer wieder mit dem Thema Ernährung, einem gesunden Leben und ausgewogener Ernährung. Alle Medien sind voll von Fotos und Beiträgen gesunder und schlanker Menschen, ALLE essen anscheinend nur noch roh, vegan, Paleo oder was auch immer. Und die Dünnster unter ihnen posten Bilder von sich mit riesengrossen Pizzablechen, die sie angeblich verputzen, nur um danach mehrere Stunden joggen zu gehen.

 

Alle sind so gesund und leben healthy Lifestyle bis ins Detail. Zumindest wird es so dargestellt.

Alle die da nicht mitmachen sind automatisch ungesund und dick. Es gibt nur schwarz oder weiss, dick oder dünn, krank oder gesund, fettig oder roh, ein Mittelding gibt es nicht mehr. Entweder lebst Du Dein dünnes Leben und es geht dir blendend, Du sprudelst fast über vor Energie oder du bist schlapp, faul und dick und dazu noch antriebslos!

Kein Wunder, das es mittlerweile so viele Menschen gibt, die gar nicht mehr wissen was sie nun essen “dürfen” und was nicht.

Was ist denn mit dem dazwischen? Was ist mit denen die auch noch von dick oder  dünn in ein hinten überlappendes noch dicker oder noch dünner fallen? Was ist mit denen, die weder dick noch dünn sind, sondern ganz “normal”?

Die fallen aus dem Rahmen!

Und doch gibt es sie, es gibt alle Formen von Leben, alle Formen von Mensch sein und alle Facetten von gesund und ungesund. Es gibt nicht nur rechts oder links, es gibt alle Rundungen in alle Richtungen!

Jeder ist einzigartig und jeder hat seine eigene Art das Leben zu leben. Und das ist auch gut so! Wir müssen nur wieder lernen, uns nicht von den gesammelten Bildern im WWW abhängig zu machen, uns nicht dem Druck der dadurch entsteht zu beugen und so wieder zu einem gesunden Essverhalten zurückfinden.

Ihr kennt sicherlich den Film Embrace (von Nora Tschirmer) er hat in den letzen Monaten für Furore gesorgt.

Eine Frau, Taryn Brumfitt, postet ein Vorher – Nachher Foto von sich und will darauf aufmerksam machen, das sie sich, als sie dem angeblichen Idealbild des Dünnseins hinterherbewegt, so unter Druck fühlte und sich in ihrem nun wieder “normalerem ” Körper wieder viel wohler fühlt. Für die Dokumentation reist Taryn um die Welt und interviewt Frauen aus ganz unterschiedlichen Regionen. Mit der Botschaft,Liebe Deinen Körper, wie er ist, er ist der einzige den Du hast!

 

 

Grundsätzlich eine tolle Botschaft. Ehrenvoll mit sich selbst umzugehen, genau darum geht es auch im Yoga. Aber ich frage mich was ist mit den Medien los, Frauen und deren Körper werden schlecht geredet, Menschen werden negativ betitelt, wenn sie ein paar Kilos zuviel haben und wenn sie ein paar zu wenig haben ganz genauso. Einige prominente Mitmenschen werden zerrissen in den Plattformen, wenn sie dünn sind und müssen sich rechtfertigen das sie es sind. Nehmen sie aber zu müssen sie sich ebenso rechtfertigen weil sie dann nicht mehr zu dünn, sondern augenscheinlich zu dick sind. Häh?!? was ist denn das? und wo soll das noch hinführen. Leben wir den Kindern, unseren Mädchen vor, sei nie zufrieden mit deinem Körper, auch nicht mit dem der anderen Frauen. Sondern schlage ihnen immer vor, nimm ab oder nimm zu. Je nachdem wie dünn oder dick sie eben sind? wie soll das funktionieren und wer soll sich da  zurecht finden?! einerseits soll ich mich so mögen wie ich bin, ich habe ja nur mich. andererseits seh ich überall Bilder von Frauen die egal wie hübsch sie aussehen schlecht gemacht werden weil sie es eben sind. das ist doch krank. das ist überhaupt nicht gut. das geht so nicht. wir machen es der Generation die kommt total falsch vor. wir tun so als ob die Extreme gut sind, Rohkost ist super, Vegan ebenso. aber warum nicht auch das nicht ganz so vegane? warum muss es immer extrem dünn sein oder extrem muskulös? warum akzeptieren wir unseren Körper nicht wie er ist. Dünn aber mit einem runden Po. Dick aber mit flachen Brüsten. Ganz gleich. Er gehört zu uns. Und wie andere aussehen, sollte uns schon gar nicht kümmern. Das Wichtigste ist doch ganz schlicht: Hauptsache gesund! Und, mal ganz ehrlich: das kann für jeden ganz unterschiedlich sein. Der eine braucht in einigen Phasen ein paar mehr Kilos auf den Rippen, in anderen Zeiten vielleicht nicht mehr ganz so dringend. Das ist in Ordnung! Es kann doch nicht sein, das Mädchen mit 5 oder 6 Jahren bei den U-Untersuchungen vom Kinderarzt schon den Body Mass Index gemessen bekommen und er ihnen ins Gesicht sagt sie müssen aufpassen das sie nicht zu dick oder zu dünn werden.

Das ist doch total absurd!

Schon in jungen Jahren lernen wir Frauen das unser Körper verändert werden muss, dann ändert er sich von ganz allein – spätestens in der Pubertät – und wir kommen kaum mit den Veränderungen klar und dann (Bäm!) mäkelt schon wieder jemand an uns herum und wenn nicht andere, dann wir selber!

Eine Freundin hat nach dem Film gesagt, es stimmt schon: liebe den Körper den Du hast, du hast nur einen. ABER dann verändere ihn gern so, dass er auch gesund ist. Denn ganz klar, wenn du dich so magst wie du bist ist das der erste Schritt aber wichtiger noch ist Gesundheit. Und wenn du merkst, mit 120 Kilo auf den Rippen schätzt Du dich selber und machst deinen Körper nicht runter dann ist das sehr gut! sei stolz auf dich. Aber dann spüre noch einmal genauer hin, fühlen sich deine gelenke gut an, fühlst sich dein knie gut an. lebst du gesund oder ist es vielleicht gut ein paar kilo leichter zu werden? Nicht weil es die Gesellschaft will, sonder weil du gesund leben willst. Denn das ist der entscheidende Grund! Und wenn Du merkt, es ist gut so wie es ist, dann geniesse Dein Gewicht! Andersrum genauso, dünn, dünner, am dünnsten. Auch dann solltest du als erstes lernen deinen Körper wieder wahrzunehmen, den Fokus raus nehmen immer dünner sein zu wollen, es geht um die Gesundheit und um das Leben. Und nicht darum, die Knochen sehen zu können.

Und genau deshalb bitte ich Euch, liebt das was ihr habt!Geniesst das was ihr habt und lebt gesund. Es ist so wichtig!

 

Und ja, ich weiss, manchmal ist das gar nicht einfach. Gleich in welche Richtung Du Dich bewegst! Aber ich wünsche mir sehnlichst, das wir uns gegenseitig mehr unterstützen und weniger schlecht machen. Das wir uns selber mehr wahrnehmen und wertschätzten und nicht runterputzten. Und das von Klein auf an!

Denn das Leben ist schön und nur gesund können wir es lang und ausgiebig geniessen.

Namastè Deine 

 

P.S.: Ich habe es schon auf einigen Kanälen erwähnt, ich habe vor ein paar Monaten die Projektleitung einer wunderbaren Initiative von Yoga für alle e.V. übernommen. Bei Eatbreatheyoga  wird Yoga speziell für Menschen mit Essstörungen angeboten. Auf ehrenamtlicher Basis kümmere ich mich um ein grossartiges Projekt. Hier wird von speziell geschulten LehrerInnen Yoga in einem persönlichem Rahmen unterrichtet, damit Menschen mit einer Essstörung lernen, ihren Körper wieder wahrzunehmen. Das Körpergefühl wird verbessert, Selbstliebe praktiziert. Einzelzeiten zu den Yoga Kursen (Hamburg und München starten Kurse im September 2017) findet Ihr auf der Homepage.

P.S.S.: Natürlich auch unseren Jungs, aber ich habe das Gefühl, wir Mädchen mäkeln viel mehr rum als die Jungs..

P.S.S.S.: Damit mal ein paar mehr – weder dick noch dünn- Menschen im www zu sehen sind, habe ich mir vorgenommen mal ein paar mehr Fotos von mir zu offenbaren. Denn ganz eindeutig, tendiere ich in den letzten Jahren zu mehr mehr und früher zu weniger. Aber ich bin mir ganz sicher, es ändert sich im Laufe meines Lebens immer mal wieder. Mein Gewicht passt zu meiner jeweiligen Lebenssituation. Ganz automatisch.

Yogareich, Dein Blog über Yoga, Meditation und alles was Dich bewegt.


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