Ayurvedische Ernährung und ein tolles Interview mit Volker Mehl

Die ayurvedische Ernährung hat mich schon vor ca. 20 Jahren begeistert. Ich kaufte mir diverse Bücher über dieses Thema, hatte den Traum unbedingt mal eine ayurvedische Kur irgendwo in Asien zu machen und die ayurvedische Küche in meinem Alltag zu integrieren….Leider ließ sich dieses Vorhaben durch meine berufliche Tätigkeit mit ständig wechselnden Arbeitszeiten und-orten nicht wirklich umsetzen und so verlor ich durch meinen Alltag diesen Vorsatz immer mehr und mehr aus den Augen. Das einzige was ich wirklich konsequent all die Jahre beibehalten habe, ist das Trinken von heißem Wasser…immerhin.

Eine sehr ernsthafte und schwere Erkrankung vor 3 Jahren, die eine Ernährungsumstellung verbunden mit einer beruflichen Veränderung zur Folge hatte, ließ bei mir auf einmal diesen alte Wunsch wieder so richtig aufflammen. Ayurvedische Kochbücher schmücken nach wie vor mein Bücherregal…einen Lieblingskochbuchautor habe ich allerdings schon seit längerem….Volker Mehl. Seine Kochbücher sind einfach super. Bei ihm wirkt die ayurvedische Küche gar nicht mehr so kompliziert – keine Einteilung in die verschiedenen ayurvedischen Gruppierungen. Ayurveda wird nebenbei erklärt, einfach und verständlich.Bei ihm ist für jeden etwas dabei und ich bin ein absoluter Fan seines Buches Meine Aryuveda-Familienküche.

Sunita und ich möchte ja unsere eigene Begeisterung immer gerne teilen, genau deshalb gibt es ja diesen Blog und so entstand bei mir die Idee Volker Mehl zu fragen, ob er mir ein paar Fragen beantworten könnte….

Yogareich:
Du hast Dich ja erst auf Umwegen zum aryuvedischen Gesundheitsberater ausbilden lassen. Was hat dazu geführt? Und wann hast Du Yoga für Dich entdeckt?

Volker:
Der ausschlaggebende Punkt war mit Sicherheit die Krebserkrankung meines Vaters, der nicht nur schulmedizinisch, sondern auch ganzheitlich behandelt wurde. Die erste Prognose war sechs Monate,  daraus wurden dann noch 11 Jahre, das war schon sehr beeindruckend. Zum Yoga bin ich vor gut 10 Jahren gekommen.

Yogareich:
Hast Du einen “Lieblings” Yogastil? Und wenn ja,warum?

Volker:
Ich bin großer Fan vom Yin Yoga, deshalb habe ich auch eine Yin Yoga Ausbildung gemacht. Yin Yoga ist für mich die perfekte Kombi mit Ayurveda,
da durch die vielen intensiven Hüftöffnungen besonders stark  unverdaute Themen bearbeitet werden und eine gut funktionierende  Verdauung ist ja der Hauptaspekt im Ayurveda. Außerdem kann man im Yin  nicht durch die Asanas huschen, in dem Wissen, dass es ja gleich  wieder vorbei ist, sondern man muss (sich) auch mal aushalten können.

Yogareich:
Dein Alltag ist doch bestimmt sehr vollgepackt, schaffst Du es trotzdem regelmäßig Yoga zu praktizieren? Und hast Du ein paar Tipps wie man sich Freiräume dafür schaffen kann? Und kochst Du eigentlich in Deiner  Freizeit immer noch gern?

Volker:
Für mich ist Yoga nicht nur das was auf einer Matte passiert, von  daher übe ich täglich Yoga und versuche meinen Geist zu entspannen,  vor allem beim Kochen und bei Spaziergängen im Wald. Ich versuche jeden Tag mindestens eine halbe Stunde bis Stunde im Wald zu  verbringen. Ein Tipp ist mit Sicherheit sich nicht so sehr in geistige  Abhängigkeiten zu begeben, nach dem Motto ich muss noch dringend dieses oder jenes. Die wenigsten operieren ständig am offenen Herzen, von daher einfach mal durchatmen und sich selber nicht so sehr wichtig nehmen. Kochen ist und bleibt meine große Leidenschaft, wobei es natürlich auch mal Momente gibt wo ich keinen Bock habe, das ist aber zum Glück sehr menschlich.

Yogareich:
Hast Du ein “Herzensprojekt” für das kommende Jahr?

Volker:
Auf jeden Fall die Eröffnung meines Glücksateliers + Raum für gutes  Leben in Wuppertal und die weitere Verbreitung des von mir entwickelten Ernährungsmodels “Agni Vitalis”. Bei Agni Vitalis ist das zentrale Kriterium bei der Bewertung von Lebensmitteln wie sehr belasten diese dein Verdauungsfeuer, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

Yogareich:
Du hast Kochkurse für Patienten der aryuvedischen Ambulanz der Charité gegeben, machst Du in Wuppertal ähnliches.Und wie genau kann ich mit der Ernährung zum Beispiel auch Krankheiten beeinflussen – positiv?

Volker:
Ernährung, gerade unter dem visionären Aspekt des Ayurveda, ist einer der elementarsten Bausteine für die Gesundheit. Leider stecken wir immer noch in der Phase von gut und böse, Vitaminen, Ballaststoffen und grünen Smoothies fest. Diese Betrachtung hilft offenbar aber nicht weiter, denn die ernährungsbedingten Störungen werden immer mehr und in Krankenhäusern und Kliniken herrscht immer noch Dunkelsteinzeit was die Bedeutung von Ernährung angeht. Von daher ist noch vieles zu tun.

Yogareich:
Wie kann man Yoga und Ayurveda gut miteinander kombinieren?

Volker:
Auch wenn ich weiß, dass ich in diesem Punkt vielleicht etwas speziell bin, aber das was oft unter Yoga läuft ist mir viel zu Matten lastig und gefühlt zu einem Ableger der internationalen Frauenzeitschriften lifestyle Maschinerie geworden. Abnormal hübsche, top gestylte, 36er Mädels, die den ganzen Tag an den schönsten Plätzen der Welt Yoga machen und nebenbei mit einem Shanti Om die Welt retten. Ganz klar gesagt, alles was du bewusst tust um deine Geist zu beruhigen ist Yoga, ganz egal ob die Yogahose in den aktuellen Trendfarben ist. Von daher kann das überall und zu jeder Zeit sein, viele wollen Yoga machen und machen sich nur noch mehr Stress, nach dem Motto, Scheiße, heute war ich schon wieder nicht auf der Matte!

Yogareich:
Wie wirkt sich diese Kombination von Yin Yoga und Ayurveda auf den Körper aus?

Volker:
Wie oben schon beschrieben, geht es bei beidem um das Thema aushalten, Klärung und auch Erlösung, von daher ist es die perfekte Kombi.

Yogareich:
Du eröffnest den Glücksraum im Wupptertal, was genau wird dort 
angeboten und planst Du weitere Cafe`s /Restaurants in anderen Städten?

Volker:
Die Vision von so einem Ort trage ich schon seit Jahren mit mir rum. Einen Raum zu schaffen, für alle Menschen, die interessiert sind an
ganzheitlichem und gutem Leben, losgelöst von ideologischer Kleingeisterei. Ein Raum für alles, was dem Körper und dem Geist gut tut, eine Anlaufstelle mit einer offenen Tür, einer dampfenden Suppe auf dem Herd und mit Menschen die ein Lächeln im Gesicht tragen! Wir werden u.a. Yoga anbieten, Meditationen aber auch Ausstellungen, Lesungen und Vorträge.  Restaurant wird es sicher keine mehr geben, wenn ich eines gelernt habe, dann das, ich bin kein Gastronom!
Yogareich:
Welches sind Deine Lieblingsplätze in Wuppertal und hast du auch welche in Hamburg?

Volker:
Ich liebe die Wälder rund um Wuppertal und auch die alten, wunderschönen Räume wie das Glücksatelier, ein Raum von 1899 mit Intarsienparkett und Stuckdecken. In Hamburg muss ich gestehen, war ich bis jetzt viel zu wenig um mehr sagen zu können. Meistens habe ich  von Hamburg bis jetzt nur Hotels und Seminarräume gesehen, aber wer weiß?

Yogareich:
Welche Visionen hast Du in Bezug auf die Ernährung und ein gesamtes Ernährungsverhalten in Deutschland?

Volker:
Meine große Vision ist, dass wir es endlich schaffen, uns aus den festgefahrenen Strukturen und Einteilungen zu lösen. Das wir uns lösen von den ganzen Listen, Tabellen und ideologischen Dogmen und den wahren Schatz im Ayurveda erkennen, denn viele Fragen sind schon längst beantwortet und viele Krankheiten wären längst geheilt. Das ist meine Vision, auch wenn ich weiß, dass das mächtig dicke Bretter sind.

Yogareich:
Hast Du ein Lieblingsgericht? Und wenn ja welches?

Volker:
Ich liebe Rosmarin Kartoffeln aus dem Ofen mit  selbstgemachter Remoulade.

Ich kann mich für dieses sympathische und offene Interview nur bedanken.

Wer gern mehr  von Volker Mehl und seinem ayurvedischen Wissen erfahren und lernen möchte, hat am 01.07. – 03.07.2016 im Satyaloka Yogastudio in Hamburg Poppenbüttel die Gelegenheit dazu. Er wird dort im Rahmen der 300h Yogalehrerausbildung einen 25 h Workshop “Yoga und Ayurveda” geben der für jeden buchbar ist.

Unsere Yogareich Buchempfehlungen:

Namasté

Astrid und Sunita

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.