Meine erste Begegnung mit Anusara Yoga

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Verklemmung
Immersion 1b, Tag 1

In der ersten Zeit nach der Immersion 1a musste ich viel nachzudenken über all die faszinierenden Dinge, die ich gehört und erfahren habe. Es war lange her, dass ich mich so intensiv mit dem Sinn der Dinge, dem Vertrauen in das Leben, mit dem Universellen und dem Göttlichen auseinandergesetzt hatte. Natürlich hatte ich auch davor regelmäßig Yoga praktiziert: Ich habe geatmet, Energie gespürt und versucht meinen Kopf frei zu bekommen. Ich habe mich hinterher entspannter gefühlt oder energiegeladener. Auch dieses Yoga hat mich verändert. Aber es war nichts im Vergleich zu meiner ersten wirklichen Begegnung mit Anusara. Dieses Yoga, dass Lalla und Vilas mit uns praktizierten war anders. Es war anstrengender, es war tiefer, es war bewegender… es war mehr. Ich musste viel über die spirituellen Hintergründe und die Theorie des Anusara nachdenken. Das hat mich auch zu meinen eigenen religiösen Wurzeln geführt und ich war erstaunt, wie leicht sich dieses Yoga mit den Teilen meiner einst angelernten Religion verbinden ließ, an die ich noch heute, wenn auch eher unbewusst, glaubte. Ich fühlte mich irgendwie etwas neben der Spur, sowohl im Alltag wie auch in meiner Yogapraxis. In der Woche vor dem zweiten Teil der ersten Immersion wurde ich auch noch krank, weshalb ich mit eher schlechter körperlicher Konstitution und leichten Nebenhöhlenkopfschmerzen in das Wochenende startete.
Vilas empfing uns sehr herzlich, diesmal ohne seine Lalla, mit einer schönen Geschichte über die Unwichtigkeit der Sprache, da die Essenz der Dinge auch mit einem offenem Herzen verstanden werden kann. Ich fühlte mich sofort wohl und die Freude war zurück. Es war auch sehr schön, viele der anderen Kursteilnehmer wiederzusehen. Vilas bat uns zunächst über das Überthema und das Hauptthema der letzten Immersion nachzudenken, und zu erzählen, wie sie sich im Alltag manifestiert haben. Was bedeutet es, im Puls des universellen Atems zu sein?
Wir sind nicht allein. Ich bin nicht allein. Es gibt diese wunderbare, lebensbejahende universelle Energie und wir alle sind ein Teil davon. Diese Energie manifestiert sich im Atem: im Atmen und im geatmet werden. Wir alle sind verbunden, das gilt sowohl für jeden einzelnen mit dem Universum, als auch für den Lehrer und seinen Schüler. Darauf können wir Vertrauen. Und dieses Vertrauen führt zu einer größeren Gelassenheit im Leben.Das sind wunderbare, beruhigende Gedanken.

Wir haben auch die drei A´s des Anusara wiederholt, die die drei Säulen des Yoga (Bhakti, Jnanda, Karma) wiederspiegeln. Wir brauchen ein offenes, weiches Herz (Absicht) und müssen mit klarem Verstand eine dynamische Symmetrie zwischen innerem und äußerem Körper herstellen (Ausrichtung), um im nächsten Schritt unseren Körper durch Kontraktion und Expansion, durch fließende Energie, pulsieren spüren zu können.
Vilas meinte zum ersten A, dass es die Kunst eines guten Yogaunterrichtens sei, bei den Schülern eine gemeinsame Einstellung zu erzeugen. Das Herz zu öffnen.
Das zweite A bedarf sowohl Wissen um die Ausrichtungsprinzipien, als auch Kenntnisse der Yogaphilosophie. Wir müssen wissen, wie man den äußeren Körper, der aus Rumpf und Peripherie besteht, zueinander und gegen die Schwerkraft ausrichtet. Dieser äußere Körper muss aber auch mit dem inneren Körper ausgerichtet werden, damit die Energie fließen kann.
Gerade diese äußere Haltung ist in der heutigen Zivilisation gefährdet. Wir arbeiten gekrümmt vor Bildschirmen oder schädigen unseren Körper durch gut gemeinte, aber unphysiologische Sportarten wie Marathonlaufen. Dadurch zwingen wir ihn in falsche Bewegungsmuster, verkürzen unsere Muskeln und verkleben unsere Faszien.
„Jedes Ausrichten des Körpers ist therapeutisch“, hat uns Vilas erzählt. Wir kontrahieren, expandieren und erzeugen Energie, genauso wie jede Zelle unseres Körper kontrahiert, expandiert und Energie erzeugt. Das Problem ist nur, dass jeder von uns ein Paket an Fehlverhalten, falscher Ausrichtung und falscher Einstellung mit sich trägt.
Deshalb brauchen wir die Ausrichtungsprinzipien und die Fokuspunkte. Wir müssen aber auch lernen uns auf Yoga einzulassen, zu vertrauen und geschehen zu lassen.
Die Ausrichtungsprinzipien [Basis schaffen und sich öffnen, Kontrahieren, Weite schaffen (innere Spirale), Weite manifestieren (äußere Spirale) und Ausdehnen] tragen das gesamte Universum in sich.
In der nachfolgenden Praxis habe ich versucht die Prinzipien anzuwenden, so gut es in meinem derzeitigen Wissenstand möglich ist. Ich hatte etwas Angst davor, weil ich mich noch schwach gefühlt habe. Vilas großartige Anleitung war jedoch eine große Hilfe. Ich war erstaunt, wie sehr so kleine unmerkliche Bewegungen wie das nach innen Drehen der Oberschenkel oder das Zurückziehen der unteren Rippen meine Haltung verbessert und erleichtert. Ich habe versucht, mir die Fokuspunkte aktiv vorzustellen, die Energie zu fühlen und auch einfach mal geschehen zu lassen. Ich habe versucht, mich trotz meines leicht kränklichen Zustands anzunehmen und ein „weiches Herz“ zu haben, wozu uns Vilas sehr oft aufgefordert hat… und plötzlich war die Energie da. Einfach so. Ich habe im Krieger die Energie aus meinem hinteren Fußballen gezogen und über die Hüfte, die ich so akzeptiert habe, wie sie nun mal ist, in meinem Körper gespürt. Es war unbeschreiblich.
Während des Übens hat uns Vilas noch zwei weitere sehr wichtige Dinge beigebracht. Er hat uns gezeigt, wie wichtig und intensiv ein gutes Adjustment während der Asanas sein kann. Die Seitbeuge im Stehen war mit Hilfe eines Partners, der das Becken fixiert und am Ausweichen hindert noch viel intensiver durchführbar. Danach haben wir gelernt, wie wir die Kobra als eine komplexe Rückbeuge durchzuführen, ohne dabei Angst vor Schmerzen im unteren Rücken zu haben und im Becken zu blockieren. Oder besser gesagt: Ohne die Pobacken zu verklemmen. Das Ergebnis: Länge im Rücken, Weichheit im Gesicht und Energie! „Diese Kobra ist in jedem von euch“, hat Vilas schmunzelnd erzählt, „ihr wusstet nur nicht wie.“ Der innere und äußere Körper muss in dynamischer Symmetrie sein. Dazu müssen wir zum einen „Wollen“ und zum anderen „Geschehen lassen“. Der Mensch hat alles, was er braucht in sich. Jeder Mensch. Er muss nur lernen sich zu vertrauen und das, was ihn ihm ist zu benutzen. Er darf nicht verhärten und nicht verklemmen, sonst tut er sich und anderen weh. In der Kobra genauso wie im Alltagsleben. Das hat uns Vilas durch die Kobra gezeigt.

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Ich bin an diesem Tag über meinen Schatten gesprungen. Ich habe festgestellt, dass ich in mehrfacher Hinsicht verklemmt bin. Mein Kopf ist verklemmt: „Ich kann das nicht. Ich bin noch nicht bereit für so viel Spiritualität.“ Mein Körper ist verklemmt: „Die Hüfte kann das nicht. Mein Oberschenkel platzt. Außerdem bin ich krank.“ Ich hatte Angst, dass ich die Praxis nicht schaffe, dass mein Körper zu schwach ist und, dass sich der Nebenhöhlenschmerz in meinem Kopf verschlimmert.
Ich habe mich trotzdem auf die Praxis eingelassen. Ich habe mein Herz geöffnet und einfach geschehen lassen. Ich habe meinen Körper samt seiner inneren und äußeren Verklemmtheit akzeptiert und wohlwollend hingenommen, statt ihn anzuzweifeln. Und plötzlich war die Energie da. Ich bin an diesem Tag energiegeladen und (selbst)zufrieden nach Hause gegangen. Außerdem war ich sehr erleichtert: Ich kann das. Die Nebenhöhlenschmerzen sind übrigens während der Praxis einfach verschwunden.

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Moni

Das war Monis spannender Bericht über ihre Karma Yoga Ausbildungszeit im Rahmen der Yogalehrer Ausbildung der parApara Yogaakademie bei Lalla und Vilas. Lest morgen mehr von Moni und ihrer Ausbildung bei Lebensflow ihren Artikel  – „Atmen. Attitüde. Ausrichtung. Aktion.“ Danach folgen noch weitere, spannende Artikel bei YoganGanzwunderbar und Julia liebt Yoga
Wenn Ihr mehr über die Möglichkeit des Karma Yogas während der Yogalehrer Ausbildung bei Lalla und Vilas erfahren möchtet, dann findet ihr das unter: http://www.parapara-yogaakademie.com/site/yoga-akademie. wir haben auch schon mal ein ganz wunderbares  Interview mit Lalla und Vilas
führen dürfen.

Die wunderbaren DVD`s von Lalla und Vilas gibt es bei uns im Shop:

http://yogareich.de/produkt-kategorie/buecherdvds-cds/

Namastè Euer Yogareich

Astrid und Sunita

3 Gedanken zu „Meine erste Begegnung mit Anusara Yoga

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